Mit Hochdruck gearbeitet haben Dr. Catrin Hartmann-Böhm (l.) und Apotheker Carsten Schumacher, um das Corona-Testzentrum binnen einer Woche auf die Beine stellen zu können. © Reinhard Schmitz
Corona in Schwerte

Neues Corona-Testzentrum in der City ist sieben Tage in der Woche offen

„Testen wird die Eintrittskarte zur Normalität sein“, sagt Apotheker Carsten Schumacher und eröffnet ein Testzentrum. Ein Metzgermeister stellte ihm ein Ladenlokal am Bahnhof zur Verfügung.

Eine Minute für den Abstrich, dann noch mal 15 Minuten warten auf das Ergebnis. Länger dauert es nicht, bis man sicher ist, Corona-frei zu sein. „Testen, testen, testen“ ist für Carsten Schumacher – neben der Impfkampagne – der Schlüssel im Kampf gegen die Pandemie. „Das wird die Eintrittskarte zur Normalität sein“, ist der Inhaber der Neuen- und der Adler-Apotheke überzeugt – und spontan zur Tat geschritten.

In dem Ladenlokal an der Bahnhofstraße 19a, wo früher Optik Büttner zu finden war, richtet er in Zusammenarbeit mit der Ärztin Dr. Catrin Hartmann-Böhm das Corona-Testzentrum Schwerte ein. Eröffnen wird es bereits am Montag (29.3.) und dann sieben Tage in der Woche im Einsatz sein.

Innerhalb von einer Woche war alles auf die Beine gestellt

„Es ist eigentlich aus einem Hirngespinst entstanden“, sagt Carsten Schumacher, der im Dortmunder Westen zwei weitere Apotheken mit Testzentrum betreibt. Als ihm Ende vergangener Woche die Idee durch den Kopf gegangen war, so etwas auch für Schwerte auf die Beine zu stellen, hatte er noch nicht einmal ein Ladenlokal.

Das fand er erst am Freitag (19.3.) an der Bahnhofstraße. „Per Handschlag“, so sagt er lobend, wurde er sich mit dem Vermieter, dem Metzgermeister Ralf Wilkes, ruckzuck einig. Dann ging alles rasend schnell. Schon am Montagmorgen rückte ein Malerbetrieb mit drei Leuten an, um die Räume auf Vordermann zu bringen. Drei bis vier Testkabinen werden dort aufgebaut.

In der Schwerter City wird am Montag ein neues Corona-Testzentrum eröffnet. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Das Ladenlokal ist ideal für diesen Zweck: zentral in Bahnhofsnähe, barrierefrei zu betreten und mit einem Seitenausgang ins Treppenhaus des Gebäudes. Das erlaubt, für die Testbesucher eine Einbahnstraßenregelung einrichten zu können. Man betritt das Testzentrum durch die Ladentür und verlässt es durch den Nebenausgang, ohne anderen Besuchern zu begegnen.

Abstriche werden nur im vorderen Nasenbereich genommen

Für die Termin-Anmeldung, die in der Regel online erfolgt, ist praktischerweise im Schaufenster ein QR-Code aufgeklebt, den man ganz einfach mit dem Handy scannen kann. Das Ergebnis erhält man schon eine Viertelstunde nach dem Test verschlüsselt aufs Handy oder per E-Mail.

Gedacht ist aber auch an ältere Schwerter, die vielleicht nicht so firm mit dem Internet sind. Sie können auch spontan vorbeikommen und das Ergebnis ausgedruckt als Zertifikat auf Papier erhalten. Vor langen Teststäbchen braucht sich übrigens niemand zu fürchten. „Wir neben die Abstriche im vorderen Nasenbereich“, betont Carsten Schumacher. Diese Tests seien „von den Werten her super“. Das Personal sei geschult.

Viel Platz hat Carsten Schumacher an der rückwärtigen Wand seines Corona-Testzentrums, um die Logos der unterstützenden Schwerter Betriebe anzubringen.
Viel Platz hat Carsten Schumacher an der rückwärtigen Wand seines Corona-Testzentrums, um die Logos der unterstützenden Schwerter Betriebe anzubringen. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Einmal in der Woche hat die Regierung einen kostenlosen Test versprochen. Dazu muss der Personalausweis mitgebracht werden. Ratsam ist auch die Krankenversicherungskarte, weil sich dann die persönlichen Daten schnell einlesen lassen, anstatt Listen auszufüllen. Fällt ein Test positiv aus, müssen diese dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Der Betroffene kann sich dann am nächsten Werktag in der Praxis von Dr. Catrin Hartmann-Böhm am Postplatz 4 einem PCR-Test unterziehen, dessen Ergebnis in der Regel nach 24 Stunden vorliegt.

„Wir versuchen, auch ein mobiles Team auf die Beine zu stellen“, sagt Carsten Schumacher, wobei er vor allem Patienten im Blick hat, die sich in Quarantäne aufhalten müssen.

Große Solidarität von den Schwerter Gewerbetreibenden

Bei den Schwerter Gewerbetreibenden, denen Carsten Schumacher sein Projekt vorstellte, stieß er auf breite Unterstützung. „Da ist so eine Solidarität entstanden“, war er überwältigt: „Das ist das, was mich antreibt.“ Allen Schwerter Firmen bietet er an, sich mit ihrem Logo auf der großen, weißen Rückwand des Testzentrums zu verewigen: „Das soll zeigen, dass alle gemeinsam durch die Krise gehen.“

Anmeldung und Öffnungszeiten
  • Das Corona-Testzentrum Schwerte befindet sich an der Bahnhofstraße 19a.
  • Geöffnet ist es ab 29. März jeweils montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 8.30 bis 13 Uhr.
Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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